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Luftbilder im Eis

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Letzte Woche waren wir mit den Kindern auf dem Teich am Ebertplatz in Köln. Das Eis trägt. Man kann darauf gehen und mit Schlittschuhen laufen – und man kann interessante Bilder sehen:

Es sieht so aus, als schwebten über jedem Objekt, dass auf dem Boden des Teichs liegt (der Teich ist nur knapp einen Meter tief) ein Abbild aus Luftblasen. Wir konnten Flaschen (Glas) und Rasenplatten (Beton) ausmachen. Aber auch Blechdosen hinterlassen ein schönes Luftbild aus kleinen Bläschen. Aber wie kommt das?

Lieber Leser, weißt du es vielleicht, wie dieses Phänomen entsteht?

Update: Die Algen sind schuld

Tatsächlich hatte ein befreundeter Physiker auf meine Frage sofort eine Antwort. Als echter Physiker liest er nämlich die Spekturm der Wissenschaft und dort war genau dieses Phänomen vor längerer Zeit (2009, Physiker mit Elefantengedächtnis) schon einmal Thema.

Der Autor H. Joachim Schlichting hat in Münster das Bild bemerkenswert originalgetreuen Fahrrades gesehen und schreibt im Artikel Phantom im Eis:

Lagern Gegenstände einige Zeit unter Wasser, siedeln sich auf ihnen Mikroorganismen und Algen an. Diese geben Gase in Form winziger Bläschen ab, die meist unbemerkt zur Oberfläche aufsteigen. Beginnt der See allerdings zuzufrieren, können sie nicht in die Atmosphäre übergehen, sondern bleiben unter der zunächst noch dünnen Eisschicht hängen.

Dort sammeln sie sich in Blasen an, die – weil die Eisschicht weiter nach unten wächst – schließlich von Eis umgeben und eingeschlossen werden. Später aufsteigende Blasen steigen nur noch bis zur jeweils neuen Eisgrenze und werden ebenso konserviert.

Den vollständigen lesenswerten Beitrag (mit Fahrradbild) gibt es als PDF zum Download.

Infografik Statista
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Das Web wird mobil – und Afrika und Asien sind ganz vorne

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Der eine oder andere hat vielleicht schon davon gehört, dass Mobilfunk und Smartphones in Afrika richtig groß sind. Festnetz-Telefon und -Internet zusammen mit PCs, wie in den Industriestaaten werden dort gerade übersprungen. Und die Entwicklung geschieht schnell.

Die genauen Zahlen der Webzugriffe habe ich nicht nachrecherchiert, aber die Ausschläge in Afrika und Asien sind schon beeindruckend.

Hier in dieser Grafik nicht zu sehen, aber trotzdem interessant ist die starke Verbreitung von Symbian-Geräten (von Nokia). Mit 70 % haben diese in Afrika die größte Verbreitung, was wohl vor allem am Preis liegt. iOS taucht dort praktisch nicht auf.

Die Daten zur Statistik und noch mehr Links gibt es bei Statista.

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Wie Hunger und schlechtes Webdesign ganz schön gefährlich werden können

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Wer glaubt, dass eine Website für einen Baguette-Laden eine völlig ungefährliche Sache sei, sollte sich kurz die Zeit nehmen und diesen autobiografischen Bericht lesen.

Sonntag, 14 Uhr

Ich bin auf dem Weg zum Baguette-Laden. Und ich bin voller Wut. Das heißt, ich hoffe, mich zu beruhigen auf dem Weg dorthin. Wenn ich dort bin und er hat offen, was ich nicht weiß, dann werde ich dort warten müssen, bis mein Essen fertig ist, für zirka acht bis zehn Minuten. Ich hoffe, ich tue in dieser Zeit nichts, was ich später bereuen muss.

Rückblende: Sonntag, 13:00

Wenn ich hungrig bin, ist mit mir nicht zu spaßen. Und wenn gleichzeitig noch arbeite – an einer verzwickten Aufgabe, bei der ich nicht richtig vorankomme – und dann schnell etwas zu Essen bestellen möchte, für mich oder für meine Kinder , die währenddessen um mich herumtoben, dann muss das schnell gehen. Das gilt auch für die Auswahl des Essens.

Ich komme also auf die Website dieses Baguetteladens, bei dem ich schon öfter gegessen habe. Dort gibt es viele leckerer Baguettes, das weiß ich. Und da möchte ich jetzt ein paar aussuchen und diese dann bestellen, damit ich sie schnell telefonisch bestellen und dann abholen kann. Schließlich ist es kalt draußen und ich will nicht zu lange warten.

Ich rufe also die Website auf. Mit dem iPad. Ich komme zur Startseite. Dort sehe ich das Bild eines großen, leckeren Baguettes. Ich tippe darauf und sehe …

NICHTS.

Das kann nicht wahr sein! Die Seite ist mit Flash erstellt, der mittlerweile offiziell obsoleten Technik aus dem vergangenen Jahrtausend, die mein Gerät nicht unterstützt, und es gibt nicht einmal die Möglichkeit, wenigstens die Speisekarte in einer allgemein lesbaren Art anzuzeigen. Ich ärgere mich. Und hole meinen Computer.

Ich rufe wieder die Website auf, klicke das Baguette auf der Startseite und gelange auf – noch eine Startseite mit noch einmal dem gleichen Baguette. Ich kann aber nicht einfach auf dieses große, leckere Baguette klicken (zum zweiten Mal), sondern muss dem kleinen Link zu Produkte folgen, den ich im Menü der Site finde. Und dann sehe ich …

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EIN BAGUETTE UND 18 TASTEN!

Sind die verrückt? Meinen die, ich komme hierher, um zu spielen? Soll ich wirklich wie beim Memory® jede einzelne dieser verdammten 18 Tasten klicken, um herauszufinden, welcher Belag sich dahinter versteckt? Thunfisch, Fleischbällchen oder Camembert vielleicht? Und glauben die ernsthaft, ich komme bei der Nummer 18 an, und weiß noch, was hinter der Nummer 2 oder 3 zu finden war? Ich bin sauer.

Wer hat dieses Ergonomiedesaster abgesegnet? Wer denkt sich so etwas aus? Waren die Designer dieser Site jemals wirklich hungrig?

Wenn ich nicht wüsste, dass dieser Laden die besten Baguettes zumindest meiner Umgebung hat, würde ich an dieser Stelle aufgeben. Aber ich bin hungrig.

13:30

Ich rufe jetzt einfach an. Zum Glück wissen alle (Erwachsene und Kinder), ungefähr, was sie wollen. Ich wähle die Nummer aber es geht keiner ran.

Stattdessen kann ich auf dem Anrufbeantworter eine Nachricht hinterlassen. So eine Sch***e. Zwischendurch habe ich auf der Website nachgeguckt, ob der Laden überhaupt offen hat. Anscheinend schon.

Ich rufe noch mal an. Wieder Anrufbeantworter: Ich solle doch eine Nachricht hinterlassen. Ah. Wenn sie wenigstens sagen würde, wie ich bestellen soll. Aber nein, eine Nachricht. Warum eine Nachricht, für wen. Ich will nicht plaudern, ich habe einen ganz bestimmten Wunsch. Warum sollte überhaupt jemand dort anrufen. Doch bestimmt nicht, um sich mit der netten Verkäuferin über das letzte Wochenende zu unterhalten. Nein, sondern, um Essen zu bestellen. Ich lege auf und bin wütend.

13:45

Ich fahre auf den Laden zu. Ich hab‘ das Rad genommen, damit ich schneller bin. Mal sehen, wie lange ich brauche.

Jetzt bin ich an der Ampel. Zum Glück ist die Grün. Wenn ich jetzt auch noch warten müsste (diese sch\ß Ampel ist immer so lange rot!), würde ich fuchsteufelswild. **Wie gesagt, ich bin hungrig.

Ah ein Schild steht draußen. Der Laden hat also offen. Ich gehe rein.

Sonntag, 15:00 Uhr

Ich bin zuhause, habe ein großes überbackenes Baguette gegessen und schaue mir mit den Kindern Die Schlümpfe auf Video an. Ich bin ganz ruhig.

Im Laden habe ich ganz ruhig vier Baguettes bestellt. Leider hatte ich nicht genug Geld dabei. Während das Essen gemacht wurde, bin ich eine Runde zum Geldautomaten gelaufen. Auf dem Weg habe ich zuhause angerufen, um zu testen, ob mein Telefon überhaupt richtig funktioniert. „Es funktioniert“, sagte meine Frau. Nach dem Gespräch war ich schon viel ruhiger.

Wieder im Laden habe ich dann die Telefonnummer auf der Karte mit der in meinem Telefon verglichen. Meine war falsch. Ein Zahlendreher.

Ich habe dann doch noch – ganz ruhig – meine Kritik an der Website angebracht und angemerkt, man könne sich doch mal ein Beispiel am Fastfood-Primus nehmen.
Die Verkäuferin meinte, die Site käme vom Franchisegeber, aber sie gäbe meine Kritik gerne weiter. (Anscheinend hat sich zumindest in diesem Laden vor mir noch niemand beschwert. Die haben wahrscheinlich alle alle gedruckte Speisekarten.)

Sie sagte mir aber, dass ich demnächst alle Baguettes über Pizza.de bestellen könne. Das werde ich tun. Wenn nur diese Pizza.de-App nicht so furchtbar hässlich wäre.

Aber das ist mir gerade egal. Denn ich bin satt.

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Mac Schreibtisch in Resopal, blau

2 Kommentare
desktop_resopal_blau by hansdorsch

desktop_resopal_blau, a photo by hansdorsch on Flickr.

Egal, was andere sagen, mir gefällt das Hintergrundmuster, das Apple für die Hintergründe von iOS und Lion verwendet.

Aber weil es keine bessere Farbe für Schreibtischhintergründe gibt als Blau, habe ich mir diese schöne Tischplatte mit Photoshop gezaubert. In den Einstellungen die Option Gekachelt auswählen.

Wer auch so schön arbeiten möchte: Bitteschön. Das Bild steht zur freien Verfügung.

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macnews – wo sind die Inhalte?

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giga / macnews / finde den Text

Kaum zu glauben, dass sich auf dieser Seite 1757 Zeichen Text verbergen. In dem Gewirr aus Grafiken, Fotos, Werbeanzeigen und Textlinks ist nämlich der eigentliche Inhalt kaum mehr zu erkennen. Ohne Hilfsmittel, wie dem Safari Reader (⌘-⇧-R) oder Evernote Clearly ist normales Lesen nicht mehr möglich.

Ich habe macnews.de immer gerne gelesen. In letzter Zeit – nach dem Abflauen der iPhone 5-Gerüchtewelle sind die Artikel sogar teilweise richtig interessant geworden. Seit dem 16.1. aber gibt es eine der wichtigsten Quellen für Nachrichten rund um Mac und iOS nicht mehr, denn sie ist im heillosen Durcheinander von Giga.de untergegangen.

Vielleicht bin ich zu alt oder mir fehlt der Geist, stetig aufs Neue zu versuchen, mich in den Slalom der Werbe- und Sozialisierungsfunktionen zu stürzen. Vielleicht haben die Designer auch einfach versucht, zu viel Funktion auf ihre Site zu packen. Bis auf die Startseite fehlt es aber an erkennbarer Struktur und Leserführung.

Da werden Google-Werbeeinblendungen auf die gleiche Ebene gesetzt wie Überschriften (subtil ist diese Art der Monetarisierung nicht gerade) und Weißraum wird nicht als Stilmittel verwendet, sondern ist nur noch das, was übrigbleibt, nachdem alle Inhalte auf die Seite geworfen wurden.

Schade drum. Wie man es besser macht, zeigen vielleicht neue Sites wie The Verge. Die gehen da intelligenter vor. The Verge ist eine Technik-Site, die sich mehr als einer Marke widmet. Auch sie haben Produktdatenbanken, die sie mit ihren Artikeln und Reviews verbinden. Aber dort kann man sich informieren und unterhalten lassen, ohne sich ständig als humanoider Werbelinkdrücker missbraucht fühlen zu müssen.


1757 Zeichen passen übrigens ungefähr auf eine deutsche Normseite (zwischen 1000 und 1800 Zeichen). Im Format A4 mit 30 Zeilen à 60 Anschlägen lässt sich Text prima lesen.

PS: Dem Lektorat von giga.de ist wahrscheinlich entgangen, dass mitten im Text einfach ein Abschnitt fehlt. Ich hab’s auch erst gemerkt, als ich den Text im Reader gelesen habe.